Aktuelles 2018

Ein Jahr der Veränderung

 

Liebe KoGa-Mitglieder und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,


„Es gibt nichts Stetigeres als Veränderung“ – mit diesem Zitat von Heraklit ist die Arbeit im KoGa-Verbund bestens dargestellt. Anfang des Jahres wurde Prof. Dr. Georg Noga in den Ruhestand verabschiedet und Prof. Dr. Eike Lüdeling nahm seine Arbeit als Leiter der Professur Gartenbauwissenschaften auf. Eine so gravierende Veränderung bringt viele neue Impulse und Aspekte mit sich. Im Interview auf Seite 2 beschreibt Prof. Lüdeling seine Pläne für die Zukunft des Gartenbaus. Das Jahr stand auch im Zeichen der Veränderungen, die sich in der nicht mehr allzu fernen Zukunft durch die Pläne des Landes Rheinland-Pfalz für den Standort Klein-Altendorf ergeben werden. In verschiedenen Foren wurde mit Vertretern von Berufsstand, Verbänden, KoGa-Trägereinrichtungen und weiteren Partnern ergebnisoffen über mögliche Szenarien gesprochen. Noch gibt es keine endgültige Entscheidung aber dennoch ein paar Silberstreifen am Horizont. Die wichtigste Erkenntnis der Besprechungen war, dass alle Partner den Verbund und die Zusammenarbeit, die Praxisrelevanz und die Interdisziplinarität seiner Aktivitäten für wichtig erachten und weiterführen wollen.


Aus der Vielzahl der KoGa-Verbundprojekte haben wir wieder einige herausgegriffen. Ein neues Projekt widmet sich diesmal dem Zierpflanzenbau – auf Seite 4 wird es vorgestellt. Das bundesweite Projekt „Ökologische Vielfalt in Obstanlagen“ hat – auch aufgrund des großen öffentlichen Interesses am „Insektensterben“ – eine Vielzahl an Öffentlichkeitsveranstaltungen mit gestaltet, bei denen es sich zeigte, wie groß der Gesprächsbedarf der Besucher ist. Die Kinder hatten viel Spaß an den von uns entworfenen Puzzles sowie den unter dem Binokular ganz groß herauskommenden Insekten. Inzwischen sind im Projekt fünf Bachelor- sowie eine Masterarbeit vollendet worden und erste Ergebnisse auf Fachtagungen publiziert worden.


Anträge für neue Verbundprojekte wurden u.a. im Rahmen des NRW Schwerpunkts „Umwelt- und standortgerechte Landwirtschaft“, dem Innovationsprogramm der BLE, dem Aufruf zu „Experimentierfeldern in der Landwirtschaft“ und dem Aufruf „Gartenbau 4.0“ gestellt. Bei allen erwarten wir in den nächsten Wochen die Ergebnisse. Den Aufruf für die zweite Runde der EIP-Agri Anträge in NRW erwarten wir ebenfalls mit Spannung.


Mit diesen Aktivitäten, Plänen und neuen Impulsen blicken wir zuversichtlich in das nächste Jahr, in dem wir weiterhin eng mit allen KoGa-Partnern zusammenarbeiten werden.


Ihre
Dr. Hannah Jaenicke
KoGa-Koordinatorin

 

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„Aktuelle Forschungsverbundprojekte im deutschen Obstbau“ - Zusammenstellung und Analyse laufender Verbundprojekte im Rahmen einer Bachelorarbeit

Elisa Wölbert hat sich in ihrer Bachelorarbeit damit auseinander gesetzt, in welchen Bereichen aktuell Forschungsverbundprojekte im Obstbau stattfinden, um einen Überblick zu erhalten, welche Themen momentan abgedeckt werden und in welchen Themenbereichen eventuell noch Forschungsbedarf besteht.

 

Sie stellte eine Liste von Projekten über die Wertschöpfungskette (eingeteilt in Pflanzenzüchtung/ Pflanzenvermehrung, äußeren Rahmenbedingungen, Produktion und Ernte/Lagerung) zusammen, in der sie Projektname, Laufzeit, Fördersumme, Projektträger/-förderer, mitwirkende Einrichtung, ausführende Einrichtung, Schritt in der Wertschöpfungskette und dem Förderprogramm einfügte.

Copyright-Vermerk PLZ-Flächen: Deutsche Post 2018;  Copyright-Vermerk Kreis-/ Gemeindeflächen: TomTom 2017
Copyright-Vermerk PLZ-Flächen: Deutsche Post 2018; Copyright-Vermerk Kreis-/ Gemeindeflächen: TomTom 2017


Bei der Analyse der thematischen Clusterung fiel ihr auf, dass ein Schwerpunkt der derzeitigen Projekte in der Produktion liegt. Hierbei wird meist versucht, bestehende Probleme, wie zum Beispiel die Bekämpfung von Krankheitserregern, zu bearbeiten. Seltener werden zukunftsorientierte Themen behandelt, wie direkte Anpassungsmöglichkeiten an die sich verändernden Klimabedingungen. In den vor- oder nachgelagerten Prozessen der Wertschöpfungskette, der Pflanzenzüchtung/ Pflanzenvermehrung und der Ernte/ Lagerung werden derzeit weniger Projekte durchgeführt, obwohl in ihnen ebenfalls ein hohes Erkenntnispotential liegen kann, um z.B. Ernteverluste zu minimieren. Möglich ist es, dass in der Vergangenheit schon viel in diesen Gebieten der Wertschöpfungskette geforscht worden ist oder aber, dass in diesen Gebieten kein großes Interesse der Forscher besteht bzw. die Politik solche Projekte nicht als förderungswürdig erachtet. Weiterhin fiel der Studierenden bei der Analyse auf, dass die meisten Forschungsverbundprojekte, die speziell eine Obstart behandeln, den Apfel fokussieren. Dies liegt möglicherweise daran, dass der Apfel die Hauptanbauobstart in Deutschland ist, sowohl flächen- als auch gewichtsmäßig die anderen Obstarten dominiert und somit die Forschungsverbundvorhaben in diesem Bereich im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit am zielführendsten erscheinen mag. Ein weiterer dominanter Cluster lag im Bereich der Technik. Bei Betrachtung der Standorte der ausführenden Einrichtungen aktueller Projekte zeigte sich, dass Projekte an vielen unterschiedliche Standorten durchgeführt werden, die ungefähr der Größe und Bedeutung der Obstbaugebiete entsprechen (Abb. 1 und 2). Somit ist gewährleistet, dass die Interessen der Obstbaugebiete in den Forschungsverbundprojekten berücksichtigt werden. Eine gewisse Zukunftsorientierung zeigt sich in der Konzentration von Forschungsverbundprojekten in den Themenbereichen der Megatrends, wie Ressourcenschonung, Technisierung/ Automatisierung, Simulation und Vorhersage.


Die vorliegende Zusammenstellung laufender Verbundprojekte im Obstbau gibt einen wertvollen Überblick, der in Forschung und Beratung genutzt werden kann. Auf dieser Basis lässt sich abschätzen, welche Themenfelder mit welcher Intensität bearbeitet werden und wo in naher Zukunft mit neuen Erkenntnissen zu rechnen ist. Für die Praktiker zeigt sich, aus welchen Projekten zukünftig Ergebnisse und Berichte für bestimmte Problemstellungen zu erwarten sind, um diese direkt in die Praxis umsetzen zu können.

Precision Farming Workshop

Auf Anregung von Dr. Laura Junker (FZJ, wissenschaftliche Mitarbeiterin im KoGa-Projekt Präzisionsgartenbau) hat die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (dvs) vom 5. bis 6. November einen Workshop zum Thema Precision Farming am Campus Klein-Altendorf, Bonn, durchgeführt.

Rund 20 Teilnehmer kamen zusammen, um die aktuellen und zukünftigen Möglichkeiten der Präzisionslandwirtschaft zu diskutieren. Zunächst fand eine Führung zu einigen Projekten des Forschungszentrum Jülich auf dem Campus statt ("MiniPlots facility for greenhouse and field" (Gewächshausabteile mit verschiedenen Sensoren) sowie "BREED-FACE Field phenotyping under elevated CO2" ein FACE-Experiment zur Erhöhung der CO2-Konzentration der Luft). Danach wurden verschiedene Projekte vorgestellt, die im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP-Agri) unterschiedliche Aspekte der Präzisionslandwirtschaft untersuchen und innovative Lösungsansätze verfolgen. Hierzu gehörte auch das vom KoGa koordinierte EIP-Agri Projekt „Optimierung des Salatanbaus mittels Präzisionserkennung und -applikation von Pflanzenschutzmitteln“ (Präzisionsgartenbau).

Drittes TOMRES-Projekttreffen auf Mallorca

Vom 23.-26.10.2018 fand das dritte Treffen der TOMRES Projektpartner auf Einladung des Projektpartners Universitat de les Illes Balears (UIB) auf Mallorca statt. Über 40 Teilnehmer der 25 Partnereinrichtungen des Konsortiums sowie einige Mitglieder der beratenden Stakeholdergruppe des Projekts nahmen daran teil.

Von der Uni Bonn waren Dr. Hannah Jaenicke und Jan Ellenberger dabei. Das Treffen gab Jan Ellenberger die Gelegenheit, seine neuesten Ergebnisse zur Fruchtbildung vielversprechender Tomatenlinien unter kombiniertem Nährstoff- und Wassermangel vorstellen zu können; Hannah Jaenicke präsentierte als Workpackage-Leiterin die Fortschritte ihres Teams im Rahmen der Dissemination der Projektergebnisse.

 

Das dreitägige Projekttreffen bot darüber hinaus Raum für regen Austausch innerhalb des TOMRES-Konsortiums aus Universitäten, Forschungseinrichtungen, Praxisbetrieben und dem Privatsektor. So konnten sich Partner der Universitäten von Neapel, Jerusalem und Bonn unter anderem auf die gemeinsame Phänotypisierung eines vielversprechenden Wurzelstocks verständigen.

 

Das nächste Projekttreffen wird im Februar 2019 in Athen stattfinden.

Beitrag zum Klimawandel auf dem „Deutschen Obst- und Gemüsekongress“ 2018 in Düsseldorf

Über 550 internationale Fachleute aus der Obst und Gemüsebranche trafen sich - traditionell nach Beginn der Apfelernte – zum Deutschen Obst und Gemüsekongress (DOGK) in der Düsseldorfer Stadthalle. Aus aktuellem Anlass berichtete zuerst Dr. Michael Blanke von der Universität Bonn als Wissenschaftler in der Klimawandelsektion über die Folgen des Klimawandels für den hiesigen Obstbau, gefolgt von Dr. Andreas Mager, Absolvent der Uni Bonn und INRES-Gartenbauwissenschaft,  als regionaler Obstanbauer vom Biohof Wolfsberg in Alfter-Impekoven.


Gestützt auf 60-jähige Aufzeichnungen der Wetterdaten und Blühdaten auf dem Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn berichtete Dr. Blanke über das Frostrisiko und den starken Frost in 2017 mit Ernteausfall in ganz Europa, stärkeren Juni- und Vorerntefruchtfall in diesem heißen Jahr 2018, Zunahme von Sonnenbrand an Apfelfrüchten ohne Netzabdeckung und die frühere Ernte mit frühreifen, weichen Früchten.


 Dr. Andreas Mager hob die Zunahme der Schädlinge hervor – mit einer 2. Generation Apfelwickler (dem ‚Wurm im Apfel‘) und den zusätzlichen finanziellen Aufwand für Hagelnetze und – in trockenen Jahren wie 2018 – Bewässerung, der sich bisher nicht am Markt realisieren lässt.


In einer parallelen Gruppe referierte Dr. Markus Schmitt (Sonnenbergerhof) über die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels und Ludger Linnemannstöns (LWK-NRW Auweiler) über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Produktion von Beerenobst und eine zunehmende Kultivierung in Folientunneln.


Alle Referenten kamen zu dem Schluss, dass die Unsicherheit steigt, um wie gewohnt immer ausreichend regionales Obst und Gemüse zur Verfügung zu stellen.


Das Fruchthandel Magazin berichtet ausführlich über alle Beiträge in Heft 38 und 39.

Dr. Gruda zum außerplanmäßigen Professor ernannt

Her Dr. Gruda ist am 5. Juni 2018 zum außerplanmäßigen Professor der Universität Bonn ernannt worden. Der Titel wird an Personen verliehen, die die Lehrbefugnis „venia legendi“ besitzen und zudem in Forschung und Lehre hervorragende Leistungen erbracht haben. Das Kompetenzzentrum Gartenbau KoGa gratuliert ihm ganz herzlich.

Seit Beginn seiner Tätigkeit bei der Innovationsförderung der BLE im Jahr 2011 gehört Prof. Dr. Nazim Gruda dem Lehrkörper der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn an. Mit seiner Tätigkeit an der BLE und Vorlesungen an der Universität Bonn ist er an der Schnittstelle von Forschung, Innovation, Politik und Praxis aktiv. Herr Gruda steht seit dieser Zeit beratend an der Seite des KoGa. Er ist ein international ausgewiesener Wissenschaftler mit breitem Netzwerk und beachtlichen internationalen Aktivitäten. Erwähnenswert sind beispielsweise seine Vortrags- und Vorlesungsreihen in China, Entwicklung von Curricula in den westlichen Balkanländern, wie z.B. Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Montenegro, Teilnahme und Leitung von FAO-Workshops in Moldawien, Türkei, Kroatien und Slowenien sowie Vorlesungen im Rahmen von ErasmusPlus in Kroatien und Griechenland. Seine Forschungsergebnisse hat er in über 200 Publikationen bekannt gemacht. Als Zeichen besonderer Wertschätzung erhielt Prof. Dr. Gruda während seiner langjährigen Tätigkeit als Forscher und Universitätslehrer zahlreich Ehrungen. So ist er ist unter anderen Preisträger des Dr. Heinrich-Baur-Preis, verliehen vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der Technische Universität München und Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Gemüse und Kartoffeln für Südosteuropa“ der Internationalen Gesellschaft für Gartenbauwissenschaften. 2007 war er eingeladener Research-Scholar der VirginiaTech und 2003 Courtesy Associate Professor der University of Florida, USA.

Forschungsbedarf im ökologischen Zierpflanzenbau

Marius Rütt nahm als Vertreter des KoGa-Projekts „Inruga“ am 7. August am Forschungsworkshop im Rahmen des Bio-Zierpflanzenprojektes „Forschungsbedarf im ökologischen Zierpflanzenbau für Schwerpunkte in Produktion und Vermarktung“ an der FH Erfurt teil. An der Tagung waren sowohl TeilnehmerInnen von Betrieben als auch von einer Vielzahl an wissenschaftlichen Institutionen aus ganz Deutschland und der Schweiz beteiligt, um konkrete Fragestellungen aus der Praxis in zierpflanzenorientierte Forschungsansätze mit einzubeziehen. Außerdem wurden die aktuellen gartenbauliche Forschungsschwerpunkte der einzelnen Personen vorgestellt, sodass zu Beginn ein Überblick der verschiedenen Fachbereiche ersichtlich wurde.


Der Anbau von Bio-Zierpflanzen nimmt zunehmend Einzug in größere Betriebe, sodass eine gewisse Spezialisierung und Umstellung in der Kultivierung durchgeführt werden muss, die auf Expertenwissen angewiesen ist. Die BetriebsinhaberInnen erklärten, dass sie verschiedene Kulturverfahren austesten und auch bei der biologischen Schädlingskontrolle eigene Kurzzeit Experimente durchführen, um so die möglichen Vor- und Nachteile erkennen zu können. Die Unsicherheiten und Fragestellungen sowie die observierten Unterschiede wurden bei Präsentationen ausführlich diskutiert. Als allgemeines Ziel stellte sich daher die Verbindung von Praxis und Wissenschaft heraus, die das Fachwissen vieler Interessengruppen verknüpfen sollte, um Fragestellungen zusammen zu bearbeiten. Bezüglich der Vermarktung seien Blogs und die kontinuierliche Präsentation von ansprechenden Bildern notwendig, um über Produktion und verfügbare Produkte zu informieren. Da der Trend Richtung moderner Internetpräsenz im Stil von „Instagramm und Co.“ geht, sollen auch diese Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.


Fazit war, dass die dynamischen gartenbaulichen Systeme einer Vielzahl an äußeren und inneren Einflussfaktoren ausgesetzt sind, die teilweise nicht konkret genug anhand von kontrollierten praxisfernen Versuchen analysiert werden können. Um das Expertenwissen mehr vertiefen zu können und der Praxis realistische Handlungsalternativen bereitzustellen wurde daher ein „Biozierpflanzennetzwerk“ gegründet, das auf weiteren Tagungen und mittels Videokonferenzen und fachorientierten Foren eine produktive Basis im ökologischen Gartenbau schaffen soll. Gleichzeitig wurde so eine Grundlage für die strukturierte Beantwortung von Fragestellungen und zukünftigen Herausforderungen im ökologischen Zierpflanzenanbau gefunden.

Kolloquium zur Forschungskooperation mit Russland in den Bereichen Präzisionsobstbau, Technik und Klimawandel

Im Rahmen der von Prof. (em.) F. Lenz initiierten deutsch-russischen Zusammenarbeit in der Obstbauforschung (RUGEFREN) reiste eine deutsche Delegation Anfang August 2018 auf Einladung der Universität Michurinsk in das Obstanbaugebiet Stavropol im Nordkaukasus am 45.°N Längengrad östlich des Schwarzen Meeres. Von der Universität Bonn war Michael Blanke (INRES Gartenbauwissenschaft) und vom Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee in Bavendorf Dr. Manfred Büchele - jeweils mit 2 Vorträgen - vertreten. Die Reise wurde vom BMEL unterstützt.


In einem Kolloquium, das vom Landwirtschaftsattaché der deutschen Botschaft in Moskau, Herrn Thomas Huber, mit einem Grußwort und Bericht zur Situation des Obstbaus in Deutschland eröffnet wurde, stellten die Wissenschaftler beider Länder ihre neuesten obstbaulichen Forschungsergebnisse zur Diskussion und identifizierten Forschungsthemen von gemeinsamem Interesse (Präzisionsobstbau, Klimawandel, Alternanz u.a.).


Im Rahmen einer Exkursion wurde eine neue, nur 3 Jahre alte 70 ha große Baumschule besucht, die mit privater Initiative gegründet worden war. Weiter ging es zum zweitgrößten Obstbaubetrieb Russlands, Sad Gigant Inguschetien, der (noch) vom milden Klima nördlich der Kaukasus Gebirgskette mit dem höchsten Berg der Welt (Elbrus, 5.600 m) profitiert. Als mögliche gemeinschaftliche Forschungsprojekte zu Klimawandelfolgen wurde die Bekämpfung von Sonnenbrand z.B. mit Kaolin und Hagelschutz mithilfe von schwarzen Hagelnetzen diskutiert, gefolgt von Klimawandelfolgen fuer die Phänologie der Apfelblüte, verminderte Farbausprägung im Herbst und zunehmendem Kältereiz im Winter (Chilling).


Zurzeit wird die Gartenbauforschung In Russland neu strukturiert und Prof. Michael Akimov Direktor des neu gegründeten Institutes für gartenbauliche Forschung ‘Michurin Federal Scientific Center‘. 


Regionaler Obstbau wird vom russischen Staat mit Beihilfen zur Neuanlage - bis zu 80% - gefördert. Eine staatliche Kampagne ruft die Bevölkerung und schon die Kinder zu gesünderer Ernährung - mit mehr Obst und Gemüse - auf. Regionales Obst steht hoch in der Käufergunst. Die Zeitschrift OBSTBAU berichtete bereits zweimal –zuletzt  in ihrer Juliausgabe 2016 - ausführlich über diese erfolgreichen Investitionen im russischen Obstbau - zur Zeit des europäischen Lebensmittel-Importembargos. Das nächste gemeinsame Kolloquium  ist für Mai 2019 an der Universität Hohenheim bzw. am KOB Bavendorf geplant und wird rechtzeitig im RUGEFREN Newsletter angekündigt.


Die Fernseh-Interviews sind in Youtube verfügbar unter:
https://www.youtube.com/watch?v=7PyglWBhU1Q
https://www.youtube.com/watch?v=6_uuijKej60&t=337s 

Besuch aus „Down-under“

Am 6. August, einem der heißesten Tage des Jahres,  besichtige Dr. Bruno Holzapfel von der Wagga Wagga Research Station, New South Wales, Australien, die Obstbauversuche am KoGa in Klein-Altendorf. Dr. Holzapfel ist ehemaliger Absolvent des INRES Gartenbauwissenschaft, betreut den Bereich Obst- und Weinbau  im Südosten Australiens und diskutierte fachliche und finanzielle Möglichkeiten der Zusammenarbeit und des Studentenaustausches.

Der Arbeitskreis Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz der Fraktionen CDU und FPD des Landtags NRW zu Besuch auf dem Campus Klein-Altendorf

Am 05. Juni begrüßten Prof. Ralf Pude (Geschäftsführer Außenlabore, Uni Bonn), Dr. Hannah Jaenicke (Koordinatorin KoGa) und Mitarbeiter des Dienstleistungszentrums Rheinpfalz (DLR-RP) die 7 Besucher der beiden im NRW Landtag vertretenen Fraktionen auf dem Campus Klein-Altendorf. Nachdem die Gäste einen Überblick über die Struktur des KoGa-Verbunds und laufende Projekte erhalten haben lag der Fokus der Veranstaltung auf dem Anwendungsbezug der Forschung in den Bereichen Nachwachsende Rohstoffe und Biodiversität im Obstbau. Dazu berichtete Prof. Pude einerseits über die Nutzung nachwachsender Rohstoffe als Brennstoff der Gewächshausheizung. Andererseits betonte er den hohen Stellenwert von nachwachsenden Rohstoffen in der stofflichen Nutzung z.B. als Bestandteile in Leichtbeton, Putz oder Verpackungsmaterialien und stellte hierzu einige laufende Forschungsprojekte vor. Während der lebhaften Diskussion wurde auch das Thema „Fortbestand des DLR-RP und somit des KoGa-Verbunds am Campus Klein-Altendorf“ angeschnitten. Die Besucher betonten, wie wichtig die enge Zusammenarbeit von Praktikern mit Forschern, wie im KoGa dargestellt, für eine zukunftsorientierte Forschung sei. Bei einem anschließenden Rundgang in den Obstversuchsflächen des DLRs stellte Martina Zimmer (Uni Hohenheim) das bundesweite Projekt „Ökologische Vielfalt in Obstanlagen“ vor, bei dem es um die Förderung der Biodiversität im Obstbau geht. Sie zeigte den Besuchern Blühstreifen zur Nützlingsförderung im ökologischen Obstbau. Abschließend informierte Kim Thiemann (Uni Bonn) die Besucher über einen weiteren Versuch im genannten Projekt, bei dem eine Saatgutmischung aus dem Handel untersucht wird. Hier wird getestet, ob durch die Saatgutmischung Raubwanzen gefördert werden können um den bedeutenden Schädling Birnenblattsauger an Birnen zu bekämpfen.

Facebook-Präsenz des Projekts Ökologische Vielfalt in Obstanlagen

Folgen Sie uns unter https://www.facebook.com/oekologischevielfaltinobstanlagen und erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten im Projekt.

Neue Projektmitarbeiter im Biodiversitätsprojekt

Hannah Knaup

Hannah Knaup arbeitet seit dem 15. April 2018 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Projekt „Potenziale und Praxisprogramm zur Erhöhung der ökologischen Vielfalt in Erwerbsobstanlagen und Streuobstwiesen“. Zuvor schloss sie im Dezember 2017 den Masterstudiengang Naturschutz und Landschaftsökologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit einer Masterarbeit über den Einfluss von Wettervariablen auf die Entwicklung des Stockgewichts bei Honigbienen ab.
Hannah Knaup ist im Projekt für die Entwicklung eines Konzepts zur Erfassung der Diversität bei verschiedenen Taxa von Arthropoden und die Verarbeitung und Analyse der dabei gewonnenen Daten zuständig. Dabei arbeitet sie unter anderem mit den Bachelor- und Masterstudenten zusammen, die im Projekt ihre Abschlussarbeiten schreiben, und unterstützt sie bei der Arbeit mit der Software R.

 

Pia Hoffmeister hat einen Bachelorabschluss in Geographie und beschäftigte sich bereits dort schwerpunktmäßig mit der Erhaltung von Kulturlandschaften. Seit 2015 studiert sie den Masterstudiengang Naturschutz- und Landschaftsökologie ebenfalls an der Universität Bonn. Hieraus entwickelte sich großes Interesse an der Ornithologie, das sich auch ihrer Masterarbeit wiederfindet. Im Rahmen des Biodiversitätsprojekts „Optimierung von Ökosystem¬dienstleistungen im integrierten Erwerbsobstanbau“ übernimmt Frau Hoffmeister die Untersuchung der Bedeutung einer Obstplantage für die dort vorkommenden Vogelarten (Im Winter und in der Brutzeit) und welche Maßnahmen geeignet wären, um dort vorkommende Vogelarten gezielt zu fördern, die als potentielle Schädlingsbekämpfer fungieren können. Seit dem 1.4.2018 ist Frau Hoffmeister außerdem im Projekt als studentische Hilfskraft beschäftigt. Auch privat setzt Frau Hoffmeister sich gerne für Naturschutzthemen ein und bietet Bienen und Co. auf dem Balkon ein Zuhause.

Vortragsreihe “Geschützter Anbau - Antwort auf den Klimawandel?” im Centro de Pomaceas der Universität Talca, Chile

Dr. Michael Blanke vom INRES Gartenbauwissenschaft, Universität Bonn referierte am 27. März 2018 auf Einladung der Universität Talca (Chile) in einem mit über 100 Wissenschaftlern, CEOs, Exporteuren,  Anbauern, Beratern und Studenten, voll besetzten Hörsaal.

Thema der Vortragsreihe war Geschützter Anbau von Äpfeln unter Netzen und Kirschen unter Folie. Moderiert und übersetzt ins Spanische von Prof. Antonio Yuri vom Obstbauinstitut der Uni Talca, dem Centro de Pomaceas, stellte Dr. Michael Blanke seine Forschungsergebnisse vor sowie Möglichkeiten und Grenzen von Netzabdeckungen und ging der Frage nach, wieweit sich das Sonnenbrandrisiko -bis zu 50x pro Jahr unter dem starken Lichteinfall in Chile am 35°S  -im Sommer mit weniger Fruchtausfärbung im Herbst durch ein geschicktes Management und Kombination von Schattiernetzen und Reflexionsfolien kompensieren lässt. Die Ergebnisse beruhen auf 15 Jahren Grundlagenforschung auf dem Campus Klein-Altendorf mit Hagelnetzen unterschiedlicher Farbe und Struktur sowie Reflexionsfolien bzw. den erfolgreichen Diplomarbeiten von Frau Funke und Frau Overbeck geb. Protze sowie Herrn Meinhold und der Bachelor- und Masterarbeit von Frau Schuhknecht und Frau Haaf.


Das Centro des Pomaceas ist die zentrale Forschungseinrichtung für Obstbau der gemäßigten Breiten in Chile mit Schwerpunkt  Apfel und Süßkirsche sowie ein Referenzpunkt in R & D (2000 Besucher aus 40 Ländern) mit vielen Veranstaltungen und Anziehungspunkt fürKernobstanbauer in Chile und den benachbarten Ländern.


Im Gegensatz zum Meckenheimer Obstbaugebiet mit Hagelrisiko bringt der Klimawandel in Chile kein Hagelrisiko mit sich, verursacht aber Sonnenbrand im Sommer der Südhalbkugel (Oktober - Dezember) und verhindert durch die warmen Herbsttemperaturen – ähnlich wie in Klein-Altendorf die Ausfärbung der Früchte, so dass leichtere Stützkonstruktionen, stärker schattierende Netzabdeckungen mit stärkerem vegetativen Wachstum und geringerer Blüteninduktion, aber kürzeren Abdeckungs-Zeiträumen und Wiederverwendbarkeit der Folie zu den nachhaltigen Ansätzen und Adaptionsstrategien gehören.

Zweites TOMRES Projekttreffen

Nach dem Auftakttreffen im Juni 2017 an der Universität Turin, wurde das zweite Projektreffen 21.-23. März von Projektpartnern der Universität Ljubljana ausgerichtet.

Eröffnet wurde die Thematik des optimierten Anbaus mit zwei Seminaren, die von Dr. Pete Iannetta bzw. dem TOMRES Projektkoordinator Prof. Dr. Andrea Schubert vorgestellt wurden: "Legume-supported food- and feed-chains: Scotland as a case-study" und "Strigolactones affect responses to osmotic stress and fruit ripening in crop plants".


In den anschließenden drei Tagen fand ein reger Austausch zur Auswahl geeigneter Tomatenlinien, optimierter Managementstrategien und wachstumsbedingender Faktoren statt. Ein wertvoller Austausch über Fruchtqualitätsbestimmende Parameter und einen geeigneten Vergleich von Tomatenlinien konnte Dr. Fabian Weber, Molekularen Lebensmitteltechnologie der Universität Bonn, mit Projektpartnern von der Universität der Balearen führen. Jan Ellenberger, INRES Gartenbauwissenschaft, präsentierte Ergebnisse der bisherigen Screeningansätze zur Selektion toleranter Tomaten, die mit weniger Wasser und Nährstoffen zurechtkommen. Beispielpflanzen seiner Versuchsansätze reisten ebenfalls nach Ljubljana und fanden einen Platz auf dem Gemeinschaftsfoto des Projektkonsortiums. Abschließend stellte Dr. Simone Schmittgen, INRES Gartenbauwissenschaft, mit involvierten Projektpartnern bisherige Disseminationsaktivitäten bzw. -ziele vor, wie z.B. einen ersten Informationsartikel für Praktiker im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP).


Mit Banner, Kugelschreiber und Informationsflyern sowie Artikel für Praktiker (EIP-Practice Abstracts) rückt das TOMRES Projekt und seine Ziele nun immer mehr ins Augenmerk der Öffentlichkeit (www.tomres.eu).

Ökologische Vielfalt mit Menschen teilen

Beim Bonner Frühlingsmarkt am 21. April und dem Meckenheimer Blütenfest am 22. April wurde das KoGa-Projekt „Potenziale und Praxisprogramm zur Erhöhung der ökologischen Vielfalt in Erwerbsobstanlagen und Streuobstwiesen“ einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Auf dem Bonner Münsterplatz teilte sich das Projekt einen Stand mit der Imkerei Rosenau und dem INRES Agrarökologie und Organischer Landbau der Universität Bonn. Die diversen Ausstellungstücke von Insektenschaukästen über Insekten- und Vogelnisthilfen bis hin zu Lupen, unter denen Biene, Hummel & Co. deutlich vergrößert bestaunt werden konnten, zogen viele Besucher an, die mit interessierten Fragen an uns herantraten. Auch der Schau-Bienenstock der Imkerei Rosenau sorgte für großes Interesse.

 

Der Betrieb Felten in Meckenheim, bei dem unser Stand beim Blütenfest aufgestellt war, nimmt als Ringbetrieb am Projekt teil. Schon am Eingang konnten die Besucher das Informationsschild an der Stelle sehen, an der demnächst ein Blühstreifen angelegt wird. Noch diente der Acker allerdings als Hubschrauberlandeplatz… Unsere Poster, Ausstellungsstücke und insbesondere die Puzzles interessierten besonders die Kinder und boten immer wieder gute Anknüpfungspunkte für Gespräche über Biodiversitätsmaßnahmen im Obstanbau mit den Erwachsenen.

 

http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/vorgebirge-voreifel/meckenheim/Besucheransturm-beim-Meckenheimer-Bl%C3%BCtenfest-article3836145.html

Internationaler Dormanz-Workshop in Bonn

Obstbäume verlieren jeden Winter ihre Blätter und treiben erst im Frühjahr wieder aus. Was genau sie dann dazu veranlasst, ihre Winterruhe zu beenden ist nicht vollständig geklärt. Zwar ist es allgemein akzeptiert, dass eine Kältewirkung notwendig ist, aber wie genau diese den Baum beeinflusst ist im Detail noch unklar. Aus diesem Grund ist es auch trotz jahrzehntelanger Bemühungen nicht gelungen, den Dormanz-Prozess so zutreffend zu modellieren, dass sich praxisrelevante Empfehlungen ableiten lassen, die auch in Zeiten des Klimawandels verlässlich sind.

 

Während Dormanz-Modellierer schon seit etwa 30 Jahren auf der Stelle treten, haben andere Disziplinen, die sich mit diesem Thema befassen, insbesondere die Genetik und Physiologie, enorme Fortschritte gemacht. Das Projekt „Phänologische und soziale Auswirkungen steigender Temperaturen - Klimafolgen für den Obstbau in Tunesien, Chile und Deutschland“ hat es sich zum Ziel gemacht, dieses Wissen zu erschließen, um Planungswerkzeuge für Obstbauern in vom Klimawandel bedrohten Regionen zu entwickeln.

 

Zu diesem Zweck lud das Gartenbau-Institut der Uni Bonn 33 Experten aus 10 Ländern (Tunesien, Chile, Frankreich, Spanien, Tschechien, Israel, Italien, Luxemburg, Kanada und Deutschland) nach Bonn ein. Vom 20.-22.03.2018 wurde im Workshop „The State of the art in tree dormancy – a blueprint for future research and modeling“ das Wissen von Genetikern, Physiologen, Praktikern und Modellierern zusammengetragen, und durch partizipative Modellierungs-Verfahren zusammengefasst. Durch die Beiträge der Teilnehmer entstand ein umfassendes Gesamtbild des Dormanz-Prozesses, das sowohl das vorhandene Wissen bündelt, als auch entscheidende Wissenslücken aufzeigt.

 

Als erstes Ergebnis des Workshops lässt sich festhalten, dass selbst einige Veteranen der Dormanz-Forschung durch den Dialog mit anderen Disziplinen neue Impulse für ihre Arbeit bekommen konnten. Auch konnte eine solide Basis für zukünftige Verbundvorhaben zu diesem Thema gelegt wurde.

 

Für die im PASIT-Projekt arbeitenden Gartenbauer in Bonn (Prof. Eike Lüdeling, Cory Whitney und Eduardo Fernandez) beginnt mit dem Ende des Workshops die eigentliche Arbeit. Aus den Ergebnissen der partizipativen Wissenssammlung soll ein neues Dormanz-Modell entwickelt werden, das sich den Stand des Wissens zunutze macht, um Vorhersagen zu treffen und Anbau-  und Managementempfehlungen zu geben.

 

Die Gruppe will dadurch dazu beitragen, dass unerfreuliche Ereignisse wie Spätfrostschäden oder Ertragsverluste aufgrund unvollständiger Dormanzbrechung in Zukunft besser vorhergesagt, gemanagt und möglicherweise durch Anpassungsmaßnahmen komplett vermieden werden können. Zwar liegt noch ein weiter Weg vor den Bonner Dormanzforschern, aber die drei frostigen Workshop-Tage im März haben sie schon ein großes Stück vorangebracht.

Neuer Projektmitarbeiter

Marius Rütt absolvierte sein Studium im Master of Science der Nutzpflanzenwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und ist seit dem 1. April 2018 als Doktorand im Projekt: „Innovationen für NRW zur Steigerung der Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit im Gartenbau“ am INRES Gartenbauwissenschaft involviert.

Diesbezüglich beschäftigt er sich u. a. mit partizipativen Modellentwicklungsprozessen im Hinblick auf die Analyse ganzheitlicher Agrarsysteme. Seinen Themenschwerpunkt stellt die Entscheidungsfindung im Calluna-Anbau dar sowie deren Ressourcennutzung und Umweltverträglichkeit. 

Projektstart: Entscheidungshilfen im Zierpflanzenbau

Am 1. April 2018 startete das Projekt „Innovationen für NRW zur Steigerung der Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit im Gartenbau“. In diesem Projekt, das von der Stiftung Zukunft NRW für drei Jahre finanziert wird, geht es darum, mithilfe von partizipativen Modellierungsansätzen Entscheidungshilfen für einen optimierten, ressourcenschonenden Pflanzenschutz in gartenbaulichen Kulturen zu entwickeln.

In diesem Projekt, das von der Stiftung Zukunft NRW für drei Jahre finanziert wird, geht es darum, mithilfe von partizipativen Modellierungsansätzen Entscheidungshilfen für einen optimierten, ressourcenschonenden Pflanzenschutz in gartenbaulichen Kulturen zu entwickeln. Dies wird in unserem Projekt an dem Modell Besenheide (Calluna vulgaris) untersucht, die in NRW auf 400 ha angebaut wird und eine große wirtschaftliche Bedeutung hat. Für die Anbauer besteht eine große Gefahr in einem möglichen Befall der Bestände durch den Pilz Glomerella cingulata, der sich bei entsprechenden Witterungsbedingungen (schwül-warmes Wetter) sehr schnell verbreiten kann. Daher müssen  in der Freilandphase im Zeitraum Mai bis August neben gezielten Pflanzenschutzmaßnahmen bei Befall auch vorbeugende Pflanzenschutzmitteleinsätze erfolgen, um jegliches Auftreten im Bestand frühestmöglich zu unterbinden. In diesem Zusammenhang wird das Projekt mit Untersuchungen zu einem innovativen Lösungsansatz einen Beitrag zu einem umweltverträglicheren Gartenbau leisten. Angesichts der Fülle von möglichen Maßnahmen, mit denen ein Befall pilzlicher Schaderreger im Calluna-Anbau reduziert werden könnte, ist es schwer vorherzusagen, welche Option den größten Erfolg verspricht. Um die vielversprechendsten Maßnahmen zu erkennen, bedarf es Methoden, die eine vergleichende Abschätzung der Wirksamkeit verschiedener Optionen erlauben. Diese sollten im Idealfall ohne teure und langwierige Experimente auskommen, aber dennoch die komplexen Zusammenhänge zwischen Gartenbau und Umwelt erschöpfend abdecken.


Ein konkretes Resultat des Projekts soll ein Entscheidungshilfeprogramm  für die Praxis sein, um  Pflanzenschutzmaßnahmen im Zierpflanzenbau noch effizienter, integrierter und ressourcenschonender durchführenzu können.  


Über den konkreten Kontext hinaus hat diese Studie Pilotcharakter, da sie einen neuen Forschungsansatz für den Gartenbau erschließt, der in praktisch allen gartenbaulichen Kulturen zum Einsatz kommen kann. Sie leistet dadurch einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der besonderen Herausforderungen, denen sich die praxisunterstützende Forschung und Entwicklung angesichts der enormen Vielfalt gartenbaulicher Produktion gegenübersieht.

Bearbeitung: Marius Rütt (ruett(at)uni-bonn.de)

 

Projektpartner:

  • Universität Bonn, INRES Gartenbauwissenschaft (Prof. Dr. Eike Lüdeling)
  • FZ Jülich, IBG-II (Prof. Dr. Uwe Rascher)
  • LWK-NRW, Versuchszentrum Gartenbau Straelen (Peter Tiede-Arlt)

Laufzeit: 4/2018 – 3/2021


Finanzierung: Stiftung Zukunft NRW


Kontakt: Dr. Hannah Jaenicke (h.jaenicke(at)ko-ga.eu)

Neue Sorten für den Klimawandel?

Das Fresh Produce Forum bietet jedes Jahr Fachvorträge zu aktuellen Themen auf der Frucht Logistica in Berlin. Großes Interesse fand der Beitrag von Dr. Michael Blanke von der Universität Bonn, INRES Gartenbauwisssenschaft am 9. Februar 2018.

Moderiert von Kaasten Reh stellten Prof. Cristos Xyloyannis (Universität Basilikata, Italien) und Dr. Michael Blanke ihre Forschungsergebnisse vor.

Die globale Klimaveränderung stellt die Produktion wie auch die Handelsstufen vor neue Herausforderungen. Mit dem Klima verändern sich auch die Anbaubedingungen. Die beiden Forscher diskutierten in dem Vortrag, die Frage, ob die heutigen Sorten noch ausreichend an den Klimawandel angepasst sind oder ob der Anbau auf neue, klimaresistente Sorten umgestellt werden muss. Die vorgestellten Ergebnisse basieren zum Teil auf der erfolgreichen Bachelorarbeit von Herrn Bisbis und dem gemeinsamen Review mit Dr. Nazim Gruda zu diesem Thema in dem Journal of Cleaner Production (https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2017.09.224).

Die Fruit Logistica ist mit 3.000 Ausstellern und 75.000 Besuchern aus 130 Ländern die größte Fachmesse des Fruchthandels mit vielen Veranstaltungen, Anziehungspunkt für alle stakeholder dieser Branche und Treffpunkt der internationalen Obst und Gemüsebranche.

"Donnerwetter" in Bonn

Ausverkaufter Science Slam in der Bundeskunsthalle- Beitrag des INRES zum Thema Klimawandel in der RegionBundeskunsthalle.

Mit der ansprechenden Überschrift „Donnerwetter“ bescherte das spannende und nach dem Weltklimagipfel COP23 in Bonn aktuelle Thema der Bundeskunsthalle am Mittwoch 31. Januar 2018 einen ausverkauften großen Saal. Das Thema Klimawandel und Wetter zog 450 Besucher an, die den Darbietungen der 5 Wissenschaftler der Uni Bonn, Uni Düsseldorf und RWTH Aachen folgten. Vorgestellt wurde, auf allgemein verständliche und unterhaltsame Weise, aktuelle Forschung an Wetterradar, Wetterentstehung und –vorhersage, Klimawandel sowie die Entwicklung von Wettersatelliten.

Dr. M. Blanke stellte seine aktuelle Forschung zum Klimawandel in der Region anhand der 60-jährigen Wetter- und Aufzeichnungen der phänologischen Entwicklungsstadien, d.h. 2 Wochen Verfrühung der Apfelblüte mit  z.T. verheerenden Auswirkungen auf das Frostrisiko im Meckenheimer Obstanbaugebiet, wie zuletzt am 19-20 April 2017, vor.

Science Slam wird auch als „Rockkonzert der Wissenschaft“ bezeichnet und ist die moderne – und sehr beliebte – Art, Wissenschaft von jungen (bzw. jung gebliebenen) Forschern nicht nur in allgemein verständlicher, sondern unterhaltsamer, anschaulicher und ansprechender Form auf der Bühne einem breiten Publikum vorzustellen. Neben zwei Auftritten im alten und neuen Pantheon-Theater war dies der 3. Science Slam von Herrn Blanke. Alle drei Veranstaltungen waren ausverkauft,  was das Interesse an diesem Thema und Darstellung in dieser Art widerspiegelt.

Petition zur Sicherung der universitären Gartenbauwissenschaften

 

Sehr geehrte DGG Mitglieder,
 
im Januar 2016 haben wir eine Petition zur Sicherung der universitären Gartenbauwissenschaften geschrieben, um auf das schwerwiegende strukturelle Problem der schrumpfenden Kapazitäten der gartenbauwissenschaftlichen Lehre und Forschung hinzuweisen.
 
Im Oktorber 2017 fand der von uns gewünschte Runde Tisch beim Bundesministerium statt. Dieser wurde bereits im DGG Vorstand diskutiert.
 
Der Vorstand möchte nun für einen transparenten und zielgerichteten Diskussionprozess mit den DGG Mitgliedern sorgen. Dazu soll auf der kommenden DGG & BHGL Jahrestagung in Geisenheim ein Workshop im Plenum stattfinden. In diesem Workshop sollen unterschiedliche Entwicklungsoptionen gegenübergestellt werden und ein Meinungsbild bei den Mitgliedern abgefragt werden. Zur Vorbereitung dieses Workshops senden wir Ihnen hiermit ein Informationsbrief mit allen notwendigen Informationen und der Vorstellung der verschiedenen Lösungswege zu.
 
Wir freuen uns, wenn Sie sich aktiv am Diskussionprozess beteiligen und am Workshop teilnehmen.
 
Freundliche Grüße
Der DGG Vorstand

 

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Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vereinbaren Zusammenarbeit im Obstbau

Die Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wollen künftig auch im Obstbau eng zusammenarbeiten. Auf dieses Ergebnis einigten sich die beiden Staatssekretäre der Landwirtschaftsministerien Andy Becht und Dr. Heinrich Bottermann.

Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wollen beim Obstbau eng Zusammenarbeiten. Dies vereinbarten die Staatssekretäre der Landwirtschaftsministerien von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, Andy Becht und Dr. Heinrich Bottermann bei einem Spitzengespräch im Kompetenzzentrum für Gartenbau in Klein-Altendorf (KoGa) am vergangenen Freitag.

Eine Planungsgruppe, bestehend aus den Partnern des KoGa (Universität Bonn, Forschungszentrum Jülich, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sowie Land Rheinland-Pfalz), Vertretern der Ministerien sowie der Fachverbände beider Länder werde gemeinsam ein Konzept für eine Neuausrichtung des KoGa erarbeiten. Nach Auffassung von Staatssekretär Bottermann werden sich durch den Klimawandel die Rahmenbedingungen für den Obstbau dramatisch ändern. „Es kommt nicht mehr alleine darauf an, Lösungen für einzelne Krankheiten wie den Apfelschorf zu finden, stattdessen muss die Obstbauberatung den Betrieben bei der Einführung komplett neuer Produktions- und Vertriebssysteme helfen“, sagte Bottermann.

Ein ebenso wichtiger Veränderungstreiber werde die Digitalisierung sein, so Staatssekretär Becht. „Sensortechnologie in Verbindung mit Präzisionssteuerung wird die Betriebe vor neue Herausforderungen stellen, ihnen aber gleichzeitig bei der Einsparung von Herbiziden helfen“, sagte Becht.

Anlass für das Zusammentreffen der beiden Landespolitiker war die durch den Rechnungshofbericht des Landes Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2013 ausgelöste Entscheidung des Landtages Rheinland-Pfalz, die Miet- und Pachtverträge für den Standort Klein-Altendorf ab Oktober 2024 nicht zu verlängern. Becht und Bottermann nutzten den Gedankenaustausch, um für die Zusammenarbeit der beiden Länder im Obstbau und die Zukunft des KoGa Eckpunkte zu vereinbaren.

Nach Auffassung der beiden Staatssekretäre ist der Zeitpunkt für eine Neuausrichtung des KoGa optimal. So stehen in Nordrhein-Wesfalen die Überarbeitung der Verträge zwischen der für die Beratung zuständigen Landwirtschaftskammer und dem Land ebenso auf der Agenda 2018 wie die von Rheinland-Pfalz geplante Neukonzeption des KoGa. Bottermann und Becht vereinbarten, den Neuanfang von Anfang an gemeinsam zu gestalten. Neben den Fachverbänden und den Partnern des KoGa werden Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Ministeriumsvertreter in die eingerichtete Planungsgruppe entsenden. Zudem werden sich die beiden Staatssekretäre laufend über die Planungen unterrichten lassen und bei wichtigen Entscheidungen persönlich mitwirken.

„Die Chance, grenzüberschreitend und zukunftsweisend die Obstbauberatung neu aufzustellen, werden wir gemeinsam nutzen", sagten Becht und Bottermann.

Susanne Keeding
Pressesprecherin
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Tel. 06131/16-2550

Ein spannendes Jahr

 

Liebe KoGa-Mitglieder und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Es freut mich ganz besonders, den Newsletter für dieses Jahr vorzustellen. 2017 war ein außerordentlich spannendes Jahr für den Verbund. Es gibt viel zu berichten und so haben wir dieses Jahr die Seitenzahl des Newsletters erhöht und auch die Struktur etwas geändert, um einige Verbundprojekte mit mehr Detail vorzustellen. Dennoch können wir auch in diesem Newsletter nicht über alle Aktivitäten und Ergebnisse berichten und mussten schweren Herzens eine Auswahl treffen, von der wir aber hoffen, dass sie einen guten Überblick über die Vielfalt der Aktivitäten im KoGa-Verbund gibt. Mehr Information finden Sie auf www.ko-ga.eu.

Ein wichtiges Highlight des Jahres war die Festveranstaltung Anfang September, die sowohl das 15-jährige Bestehen des Verbunds feierte, als auch die Lebensleistung von Professor Dr. Georg Noga würdigte, der mit Ablauf des Wintersemesters 2017/18 in den wohlverdienten Ruhestand eintreten wird. Sein designierter Nachfolger, Dr. Eike Lüdeling, wird ab April 2018 die Leitung des Gartenbauinstituts übernehmen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihm.

Mit dem Beginn von zwei weiteren großen Verbundprojekten im Frühsommer zeigt KoGa, dass es die Zusammenarbeit von Praxis und Forschung lebt und nicht nur darüber spricht. Besonders das Projekt „Optimierung des Anbaus von Pflücksalaten mittels Präzisionserkennung und ?applikation von Pflanzenschutzmitteln“, das im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) durchgeführt wird, hat hier Modellcharakter und wurde schon im Rahmen von Veranstaltungen im In- und Ausland vorgestellt.

Nicht verschweigen kann ich die Sorge um das Fortbestehen des KoGa-Verbundes aufgrund politischer Entscheidungen des Landes Rheinland Pfalz. Die Information über die Pläne der Landesregierung, den Pachtvertrag des DLR in Klein-Altendorf nicht über das Jahr 2024 zu verlängern hat aber seit deren Bekanntwerden im Februar zu verstärkter Kommunikation zwischen den betroffenen Akteuren, Partnern, Praktikern, Politikern und Verbänden geführt, so dass wir doch hoffnungsfroh in das nächste Jahr starten, dass eine Lösung gefunden wird, damit der von vielen als so wichtig erachtete KoGa-Verbund auch weiterhin bestehen wird und Praxis, Versuchswesen und Forschung im Gartenbau zusammenhält.

Ich freue mich auf neue Projekte und neue Herausforderungen im nächsten Jahr, die wir gemeinsam im KoGa-Verbund meistern werden.

Ihre
Dr. Hannah Jaenicke
KoGa-Koordinatorin

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